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Heuschrecken-Plage Politik

Geschichten aus der Giftküche der Voodoo-Ökonomie der Politiker-Heuschrecken.

Der Tiroler Landtag beschloss 230 Millionen Euro Sonderdividende der TIWAG, die zur Verlustabdeckung und Aufstockung des Kernkapitals an die Landes-Hypothekenbank Tirol Anteilsverwaltung fließen sollen. 230 Millionen entsprechen im Vergleich mit den Zahlen aus dem Geschäftsbericht der TIWAG 2010:

  • dem 3-fachen des Grundkapitals (72,67 Mio)
  • 11,6 Prozent der Bilanzsumme (1.981 Mio)
  • dem EGT (95,6 Mio – Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) von 2,4 Jahren
  • dem 3,3-fachen des Guthabens bei Kreditinstituten (69,8 Mio)
  • dem 2,9-fachen des Jahresüberschusses (80,16 Mio)

Die 230 Millionen sollen über die Auflösung von Gewinnrücklagen und Kredite [sic!] finanziert werden und als Superdividende in einem Stück überwiesen werden. Dafür verzichtet das Land Tirol sieben Jahre lang auf die Dividende. Zur Voodoo-Ökonomie kommt jetzt noch die Dividenden-Lüge.

In den letzten sieben Jahren stieg die Dividende der TIWAG von 3,7 Mio (2004) auf 28,0 Mio (2010) an. Im Durchschnitt betrug  die Dividende in den letzten sieben Jahren 17 Mio Euro. Damit braucht es mit Zinsen 15 Jahre Vorgriff auf die Dividenden, um die 230 Mio zu finanzieren – und nicht 7 Jahre.

15 lange Jahre, in denen das Tiroler Budget ohne Geld der TIWAG auskommen muss.

Ohne Prüfung des Sachverhalts, ohne Feststellung des wahren Schadens und ohne Konzept haben die Abgeordneten von ÖVP, SPÖ (einer hat sich gedrückt), FPÖ und GRÜNEN die Rücklagen der TIWAG (die selbst im Cross-Border-Leasing Sumpf steckt) in eine Bank verschoben, deren Vorstände selbst sagen, dass der festgestellte Verlust auf einer Hochrechnung von einem Sechstel der Kredite beruht.

Ich habe keine Informationen, ich kenne mich nicht aus, mir hat niemand etwas gesagt. So lauten die Entschuldigungen der Volksvertreter. Die Entscheidung wäre alternativlos (Unwort des Jahres 2010), was soviel heißt wie: ich bin zu dumm, zu faul und zu feige auf Grundlage des Nachdenkens über verschiedene Möglichkeiten eine Entscheidung zu treffen.

Dabei ist der Betrug der Banken an den Bürgern über Scheinverluste aus Immobiliengeschäfte längst bekannt.

Eine Inlandsbank gründet eine Auslandsbank. Diese vergibt Immobilienkredite ohne Ende. Die Kredite, deren Werthaltigkeit sich schwer abschätzen lässt, werden dann plötzlich als „notleidend“ eingestuft und auf 20 Prozent abgeschrieben. Die Kredite werden tranchiert und neu verpackt um einen geringen Preis an zuvor selbst gegründete Zweckgemeinschaften in Steueroasen (HYPO Tirol Swiss AG wurde vor zwei Monaten liquidiert) verkauft. Dort entstehen steuerfrei enorme Gewinne (60 Prozent) aus der Differenz zwischen dem geringen Verkaufspreis und dem wahren Marktwert der Immobilien. Durch die Gruppenbesteuerung (Schüssel/Grasser sei Dank) können die Scheinverluste der bösen Auslandsbank nun mit den Gewinnen der braven Inlandsbank gegenverrechnet werden und reduzieren damit die Steuerlast im Inland. Diese Konstruktion funktioniert so gut, dass die Banken in ihrer grenzenlosen Gier sogar überhöhte Verluste angeben, um sich dann durch Politiker „alternativlos“ mit Steuergeldern retten zu lassen.

Wer auf das Geld in den Zweckgemeinschaften Zugriff hat, überlasse ich Ihrer Phantasie.

Novelle zur Tiroler Gemeindewahlordnung
Einzelbewerber/innen sollen kandidieren dürfen

Sehr geehrte Frau Abgeordnete,
sehr geehrter Herr Abgeordneter
zum Tiroler Landtag,

im Rahmen des Tiroler Wahlrechtspakets soll auch die Tiroler Gemeindewahlordnung 1994 (TGWO) novelliert werden.

Das ist ein guter Zeitpunkt, um in den Tiroler Gemeinden für mehr Demokratie zu sorgen.

In Zukunft sollten die Kandidaten und Kandidatinnen nicht nur wie bisher auf der Liste einer politischen Partei oder einer Wählergruppe zur Gemeinderatswahl antreten dürfen, sondern auch als Einzelbewerber/innen.

Dazu muss aus meiner Sicht nur der § 35 Abs. 3b TGWO 1994 geändert und der letzte Halbsatz „sie muss jedoch mindestens vier Wahlwerber enthalten“ gestrichen werden.

Übrigens lässt die Tiroler Landtagswahlordnung (§ 28 Abs. 2b TLWO – Kreiswahlvorschlag) schon heute Einzelbewerber/innen zu. Auch in Deutschland geht die Entwicklung zu einer Öffnung des Kommunalwahlrechts.

Nutzen Sie bitte die Chance dieser Wahlrechts-Novelle und ermöglichen Sie politisch engagierten Bürger/innen auch ohne Partei- und Listenbindung (wobei die Koppelung der Wahlvorschläge weiter offen steht) eine Kandidatur zur nächsten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl.

Es gelingt unseren Schulen seit Jahrzehnten einen zeitgemäßen Mathematik-Unterricht zu gestalten. Ein Blick auf eine klassische Rechenaufgabe im Wandel der Zeit bestätigt diesen Eindruck.

1950: Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln um 150 Schilling. Die Erzeugungskosten betragen 120 Schilling. Wie hoch ist der Gewinn?

1960: Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln um 150 Schilling. Die Erzeugungskosten betragen 4/5 des Erlöses. Wie hoch ist der Gewinn des Bauern? (Rechenschieber nicht erlaubt).

1970: Ein Agrarökonom verkauft eine Menge Solanum tuberosum (K) für eine Menge Geld (G). G hat die Mächtigkeit 150. Für die Elemente k aus K gilt: Die Menge der Erzeugungskosten (E) ist um 30 Elemente weniger mächtig als die Menge G. Zeichnen Sie ein Bild der Menge E als Teilmenge von G und geben Sie die Lösungsmenge X für folgende Frage an: Wie mächtig ist die Gewinnmenge?

1980: Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln zum Preis von 150 ATS. Die Erzeugungskosten betragen 4/5 gleich 120 ATS. Der Gewinn beträgt 1/5 gleich 30 ATS. Unterstreiche die Zahl 30 und diskutiere mit Deinem Nachbarn darüber.

1985: Ein/e Bauer/in verkauft einen/e Sack/in Kartoffeln/innen einem/er Kunden/in für ATS 150,–. Die Erzeuger/innen Kosten betragen 4/5/innen des Erlöses. Wie hoch ist der/die Gewinn/in des/der Bauern/in? (Keine Taschenrechner/innen verwenden).

1990: Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln zum Preis von 150 ATS. Seine oder ihre Erzeugungskosten betragen 80 Prozent seiner oder ihrer Erlöse. Stellen Sie auf ihrem Rechner die Einnahmen bzw. Kosten grafisch dar. Starten Sie das POTATO Programm um den Gewinn zu berechnen. Diskutieren Sie das Ergebnis in der Gruppe. Schreiben Sie einen kurzen Essay, der dieses Beispiel in der realen Welt der Ökonomie analysiert.

1991: Ein Landwirt verkauft einen Sack Kartoffeln für ATS 150,–. Seine Erzeugungskosten, einschließlich Steuern betragen ATS 200,–. Er vermietet daraufhin seinen Bauernhof an den Staat als Asylantenheim für ATS 500.000 pro Jahr und da er jetzt arbeitslos ist, bezieht er im Monat noch ATS 10.000 Arbeitslosengeld. Frage: Wer mistet jetzt den Stall aus?

1995: Male einen Sack Kartoffel und singe ein Lied dazu.

1996: Ein Bauer bietet auf dem Ökomarkt Biokartoffeln an. Nehme eine Kartoffel in die Hand. Wie fühlt sie sich an? Wie riecht sie? Schabe etwas Erde ab, zerreibe sie zwischen Deinen Fingern. Atme den Geruch tief ein. Schließe Deine Augen und versetze Dich in die Kartoffel. Du bist Erde. Fühle die Feuchtigkeit, die Dunkelheit … Komme jetzt zurück, öffne die Augen.

1997: Kauf Dir beim Landhandel 6 Kartoffelsäcke und bring sie zum Sportunterricht zum Sackhüpfen mit. Entstandene Löcher werden im Textilunterricht gestopft. Greif das Thema im Gemeinschaftskundeunterricht auf und diskutiere mit deinen 15 MitschülerInnen aus anderen Kulturkreisen darüber. Waffen sind nicht erlaubt. Präsentiert das Ergebnis eures Projektes bei einem kalten Buffet mit Kartoffelsalat.

2000: Ein kapitalistisch priweligierter bauer bereichert sich an einem sack kartoffeln um 10 euros. Untersuch das tekst auf inhaltliche feler. Korrigiere die Kartoffelaufgabe und denonstrire gegen die Lösung.

2004: Ein Bauer rodet einen wunderschönen Wald, den er egoistisch und rücksichtsichtlos ausbeutet. Er kümmert sich nicht um den Lebensraum der Tiere und die Erhaltung unserer Wälder. Er tut dies, damit er einen Gewinn von € 20 machen kann. Was halten Sie von diesem Weg seinen Lebensunterhalt zu bestreiten? Thema der Klassengemeinschaftsarbeit ist die Beantwortung der Frage: Was fühlen die Eichhörnchen und Vögel, als der Bauer ihre Häuser zerstört hat? (Es gibt keine falschen Antworten und wenn Sie Lust haben zu weinen, ist es ok).

2005: Ein agrargenetiker ferkauft ein sagg gatoffeln für 6,25 €. Die kosden bedragen 5 €. Der gewin bedregt 1,25 €. Aufgabe: margiere den term gardoffeln und maile die losung im pdf-format an classenleerer@schule.euroba.

2006: Ey – was geht hier ab? Voll krass – ey! Da verkauft ein Bauer nen Sack Kartoffeln. KONKRET für 16 Euro. Is ganz einfach – weißt du – der Anbau der Kartoffeln kostet Geld – ey – KONKRET 12 Euro. Alda – weißt du – da macht er Gewinn! KONKRET – er hat mehr Geld in der Tasche. Wie viel ist das – ganz KONKRET? Weißt du – Voll krass! Tu mich mal die Fanta….”

2011: Sorrie, es gipt keine gartoffeln meer! Nur noch pom fritt bei mc donels. Es lebe der fordschridd!

Falsche Studienwahl

Studierende sollen Risiko bei falscher Studienwahl selbst tragen

Artikel im Standard: Studierende sollen Risiko bei falscher Studienwahl selbst tragen

Ich habe selten so eine unmenschliche und verachtenswerte Idee gelesen, wie diese.

Die Wirtschaftspsychologie verbindet psychologische und betriebswirtschaftliche Inhalte. Es geht, kurz gesagt, um den „Faktor Mensch“ in und um Wirtschaftsorganisationen (Quelle: www.gwps.org).

Hill dürfte nur ein pseudo-intellektueller Günstling sein, der wegen einer Handvoll Euro die Zukunfts-Chancen der österreichischen Jugend opfert.

Ein Individuum, ohne Bildung und Moral, das sein dreckiges Berufsleben durch Anbiederung an die Mächtigen retten und dafür als Ausgleich schmutziges Geld machen will, in dem er viele Menschen ins Unglück stürzt.

Wirklich gefährlich ist aber das Menschenbild der alten Herren im Rat für Forschung und Technologieentwicklung. Die alte Eisen- und Stahl-Fraktion mit ihren Chemikern und Physikern. Die Profiteure der Privatisierung ehemals verstaatlichter Industrien pflegen ihr menschenverachtendes “homo-faber”-Menschenbild des “arbeitenden Tiers”.

Wir betrachten das Humankapital als die wichtigste Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft und Wissenschaft auf Basis der Freiheit von Forschung und Lehre. Das Vorhandensein von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern ist von zentraler Bedeutung. Voraussetzung dafür ist es, bei den Staatsbürgern das Verständnis für Wissenschaft, Forschung und Technologie zu wecken und zu fördern. Ebenso sind innovative Methoden des Wissenstransfers durch Einsatz neuer Medien zu fördern (Quelle: www.rat-fte.at/mission-statement.html).

Zusammengefasst: Der Mensch dient ausschließlich der Wirtschaft als Faktor und Kapital. Die Mächtigen verlangen von den Faktoren ausreichende Qualifikation und Motivation und für die Wissenschaft Freiheit, um mit innovativen Methoden (= Lügen) maximalen Profit zu erzielen.

Diese undemokratischen Forschungsräte und Expertenkommissionen gedeihen nicht nur im Verborgenen, sondern kosten auch immense Summen: wo bleibt hier die Transparenz durch ein Transferkonto?

Die (Wirtschafts-)Psychologie liefert die Mess-Tools, um solche 16-jährige Faktoren herauszufiltern, deren Interessen sich nach der “Ausbildung” nie mehr ändern werden.

Messen heißt vergleichen. Wer legt die Vergleichskriterien fest, wer die Items des Tests? Ein privates Unternehmen, das alle Rechte auf dem Test besitzt und daher den genauen Aufbau geheim halten darf?

Die durch einen geheimen Test festgestellte Neigung entscheidend dann, was studiert werden darf?

Ich rufe die österreichischen politischen Parteien und die Medien dringend auf, diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, bevor es zu spät ist.

Aber ich spreche hier nicht die Institutionen an, sondern Politiker/innen und Journalist/innen als Menschen, die vielleicht auch Kinder haben, die jetzt in die Schule gehen oder studieren. Glauben Sie nur nicht, dass Sie durch Schweigen oder Zustimmen, ihre Kinder vor dem Schicksal retten können, zu den “Ausgesiebten” zu gehören.

Wo aber sind die Künstler, die Philosophen – die intellektuelle Elite in diesem Land – warum erhebt keiner seine wortgewaltige Stimme?

Haben Sie Angst die Wahrheit zu sagen?

Stimmen sie am Ende diesen Irrlehren und den Schlussfolgerungen sogar noch zu?

Parteipolitik ist out. Berufspolitiker vertreten uns nicht mehr. Gegenüber der großen und kleinen Politik fühlen wir uns immer mehr in Stich gelassen. Scheinbar haben viele Politikfunktionäre kein Gewissen mehr und arbeiten nur noch für sich selbst anstatt uns zu vertreten.

Nützt es, sich selbst als Mensch zu engagieren? Kann man das wirklich selbst?

„GRÜNLIBERAL – im Herzen GRÜN und im Handeln LIBERAL“.

Menschliche Entwicklung statt Wachstum im Gleichgewicht von Sozialem, Umwelt und Wirtschaft – für ein gutes Leben.